Ein Blick ins Tanzbuch offenbart uns statt eines Volkstanzes tatsächlich ein Schaubild mit der Sinuskurve der obligatorischen samba-typischen Bounce-Bewegung. Auf der einen Seite die 32-taktigen Grundfragment-Moleküle: bestehend aus den beiden Samba-DNA-Basen “Bota Fogo” und “Volta”, die einst aus der “Quando-Quando-Tanzmusik-Kultur” der 1970er-Jahre hervorgegangen sind.
Auf der anderen Seite die vereinfachte Form der Disco Samba, die vielen jedoch ob ihrer Schlichtheit einfach zu banal ist.
Dies hat dazu geführt, dass auch Tanzlehrende dem schönsten brasilianischen Exportprodukt ab und an zwiespältig gegenüberstehen.
Wer sich beispielsweise vom Groove des zweitgrößten Samba-Hits des Jahres 2017 (“Shape Of You” von Ed Sheeran) mitreißen lässt, den Tanz als brasilianischen Discofox oder West-Copacabana-Swing interpretiert und die verschiedene Basics entsprechend kombiniert, kommt schnell auf seine Kosten.
Der Weg dorthin – den Bounce brauchen wir schließlich trotzdem – mag vielleicht nicht ganz einfach sein; das Tanzvergnügen, das uns dort erwartet, ist es aber wert!
Auf diesen Weg begab sich 1982 auch die amerikanische Band Toto mit ihrem gleichnamigen Riesenhit “Africa”- der am häufigsten gestreamte 1980er-Song auf Spotify. Wenige Titel machen mehr Lust auf etwas, das sich anfühlt wie Samba. Sicherlich haben die Jungs im Studio nicht im Traum daran gedacht, dass sie gerade einen Paartanzhit für die Ewigkeit aufgenommen haben.
Euer Johnny