Rag-Time

Es gibt viele Musiker, die uns Tanz-Junkies unser Hobby durch tolle Songs und mitreißende Rhythmen versüßen, beispielsweise Michael Jackson oder Bryan Ferry. Letzterer hat uns gerade mit einem fantastischen neuen Album beglückt, welches zu Teilen aus seinen Songs aus dem TV-Sensationserfolg »Babylon Berlin« besteht.

Viele nach 1980 geborene werden jetzt trotzdem (zu Recht) fragen: »Bryan wer?«
Michael Jackson kennen wir alle als »King of Pop«, Bryan Ferry ist neben ihm der »Gentleman of Pop«. Viele seiner Hits sind genauso samtweich wie seine unvergleichliche Stimme; auf seinen Konzerten beschleicht einen als Zuschauer das unbestimmte Gefühl, eventuell underdressed erschienen zu sein, wenn er im Anzug die Bühne und mit seiner Aura die ganze Halle füllt. Das Magazin GQ zeichnete ihn einst mit dem Lifetime Award für den »am besten angezogenen und mit den besten Manieren ausgestatteten Deluxe-Sänger« aus. Außerdem wurde er 2011 von Queen Elizabeth II zum »Commander of the British Empire« ernannt.

Anfang der 1970er-Jahre gründete er die Band »Roxy Music« (»Avalon«, »More Than This«), parallel veröffentlichte er regelmäßig Soloalben mit Coverversionen bekannter Hits oder eigenen Songs. Sein Album »Boys and Girls« (1985) ist übrigens eines der schönsten Alben, um ein Candlelight-Dinner stimmungsvoll zu untermalen. Aus diesem Album stammt auch der Titel »Slave to Love«, ohne den der Film »9 ½ Wochen« deutlich leiser in seiner Erotik knistern würde.

1999 machte er einen ersten Ausflug in Richtung Jazz und Swing. Auf dem Album »As Time Goes By« coverte er unter anderem verschiedene Jazz Standards. 2012 veröffentlichte er mit »The Jazz Age« eine Sammlung eigener Songs im Stil und Sound der 1920er-Jahre.

Für den Soundtrack von »Babylon Berlin« war das Bryan Ferry Orchestra damit der perfekte Lieferant für fünf Titel, die die atmosphärische Dichte der Serie, die im Berlin der 20er-Jahre spielt, zu unterstreichen vermögen. Ferry wiederum zog hieraus genügend Inspiration, um daraus ein neues eigenes Album entstehen zu lassen. »Bitter Sweet« enthält alle Songs aus der Serie sowie weitere Neuaufnahmen verschiedener Roxy Music- und Solonummern. Manche Titel sind in ihrem neuen Gewand aus Jazz, Ragtime und Tango zunächst schwer zu erkennen, was den Reiz der Platte erst recht ausmacht. Entsprechend ist auch die Stimmung, die die Musik beim Tanzen erzeugt. Allerdings ist für das Retro-Tanzvergnügen eine entsprechende Atmosphäre, Beleuchtung und Tageszeit notwendig. Wer also ein Faible für die Roaring Twenties hat, wird bei vielen Stücken sofort einen gesteigerten Appetit auf Foxtrott oder Tango verspüren.

Mein persönliches Highlight ist Titel Nummer 13, der Abschluss des Albums: »Boys and Girls«. Der ursprünglich fein geschliffene Hochglanz-Popdiamant hat sich in einen verschlungenen, sinnlichen Tango verwandelt, deutlich gereift, dem Original ebenbürtig, obwohl neuer und älter zugleich.

Viel Spaß beim Hören, Tanzen und Versinken

Euer Johnny

Shazam-Charts

  1. Calvin Harris & Rag’n’Bone Man – GIANT
    (Discofox)

  2. Ava Max – SWEET BUT PSYCHO
    (Discofox, Jive)

  3. Alle Farben & ILIRA – FADING
    (Cha Cha Cha, Discofox)

  4. Robin Schulz ft. Erika Sirola – SPEECHLESS
    (Discofox)

  5. Dean Lewis – BE ALRIGHT
    (West Coast Swing)

  6. Mark Ronson ft. Miley Cyrus – NOTHING BREAKS LIKE A HEART
    (Cha Cha Cha, Discofox)

  7. Halsey – WITHOUT ME
    (West Coast Swing)

  8. Dermot Kennedy – POWER OVER ME
    (Jive)

  9. Lady Gaga & Bradley Cooper – Shallow
    (Rumba, West Coast Swing)

  10. HUGEL Feat. Amber Van Day – WTF
    (Cha Cha Cha, Discofox)

  11. Panic! At The Disco – HIGH HOPES
    (Foxtrott, Rumba, West Coast Swing)

  12. Lena – Thank You
    (Cha Cha Cha, Discofox, Samba)

  13. David Guetta & Bebe Rexha & J Balvin – SAY MY NAME
    (Foxtrott, Rumba, Samba, West Coast Swing)

  14. Declan J Donovan – PIECES
    (Cha Cha Cha, Discofox)

  15. Imagine Dragons – NATURAL
    (Foxtrott, Rumba, West Coast Swing)